Meine Liebe zu Wörtern und Sprichwörtern, Sprache und Sprachwitz haben mich dazu bewegt den Beruf einer Stadtführerin, Rednerin und Moderatorin zu ergreifen. Worte sind für mich ein Lebenselixier und ich staune immer wieder über deren Macht. Mein Berufsleben ist durch die Vielfältigkeit der Aufgaben eine emotionale Achterbahn, da ich in Ausnahmesituation ganz nah an den Menschen bin. 

Lachen und Weinen, Sprüche klopfen und Menschen auffangen, genau das möchte ich mit euch teilen und mir meine Erlebnisse von der Seele schreiben.

  • Grey Facebook Icon
  • Gaby Fischer

Gerührt, geschüttelt, entgiftet und entschlackt…


Mein gefühlter Schleudergang für Hirn und Magen in der Heilfastenwoche!

Endlich war es soweit! Es war der 7. Januar und ich war auf dem Weg zu meiner allerersten Heilfastenwoche in meinem Leben. Ich wollte das schon seit einem Jahr machen und war total gespannt, was auf mich zukommt! Die Reaktionen von den Menschen, denen ich das erzählt habe, war in den meisten Fällen, dass die sich lustig gemacht haben.

„ja wie …da gehsch jetzt eine Woche in Heilfasten und zahlsch au no dfür, dass da nix essa derfsch“ so oder ähnlich waren die Reaktionen.

Ja, warum mach ich das eigentlich, das Heilfasten?

Zum einen bin ich immer wieder in Büchern (u.a. Heilen mit der Kraft der Natur von Prof. Dr. Andreas Michalsen) drauf gestoßen, dass das Heilfasten eine Reinigung für Körper und Seele ist, ein „RESET“ für den ganzen Körper, man danach wieder wie neu geboren ist und in eine andere Bewusstseinsphase eintritt. Wenn das mal kein Grund ist, es auszuprobieren.

Zum anderen bin ich mit meinem unregelmässigen Tagesrhytmus auch eine unregelmässige Esserin. Schon weil ich mich generell ungern irgendwelchen Regeln beuge.

Getreu dem Motto: ich geh ja auch nicht aufs Klo, wenn grad eins dasteht, esse ich auch nicht, wenn ich grad an der Küche vorbeilaufe, oder weil „Essenszeit“ ist (wer definiert das eigentlich) sondern esse wenn ich Hunger habe.

Und meist meldet der sich, wenn ich schon im Heißhungermodus bin und dann muss es schnell gehen.


Jetzt kommt noch dazu, dass ich kein Held in der Küche bin. Klar bekomme ich Pasta, Wurstsalat, Risotto oder Geschnetzeltes hin, auch mal einen Kesselgulasch oder einen Gemüseauflauf, halt die konservative, klassische Küche. Oder Brotzeit ;-) Aber so kreativ ich sonst bin, sobald ich die Küchenschwelle überschritten habe, ist‘s aus mit der Kreativität. Ja, es gibt auch Kochbücher, aber auch daran scheitere ich, weil ich viel zu ungeduldig bin, das ganze so zu befolgen wie angegeben. Außerdem müsste ich ja vorher genau DIE Zutaten einkaufen, die im Rezept stehen und das ist mir schon zu umständlich. Sehe ich Tomaten, ist das kreativste, was mir einfällt, Tomate und Mozzarella, das war‘s dann aber auch. Also esse ich häufig unterwegs, zwischendurch, auch mal Fastfood, aber auch mal Tomate-Mozzarella!

Natürlich esse ich vor meinen Nachtwächterführungen auch nichts, sonst werde ich ja müde. Dann bleibt es nicht aus, dass ich nach Feierabend, der dann oft um 22 Uhr beginnt, noch Kohldampf schiebe und natürlich esse ich da nicht unbedingt gedünstetes Gemüse ;-) und einen Tee dazu.


Nur mal so nebenbei, der Pizzabäcker um die Ecke steht in meiner Favoritenliste.

Dann muss ich auch zugeben, dass ich ernährungstechnisch keine Koryphäe bin. Es eröffnet sich mir ein Dschungel, wenn ich sehe, wie andere kochen oder backen. Gewürze, Schrot, Korn, vegan ungekocht, Öl satt und ungesättigt, Margarine oder Butter, freie Radikale, die vernichtet werden müssen, Minerale, die der Körper angeblich braucht, Vitamine, Superfood, Smoothie. Literatur wie „die große Cholesterinlüge“ oder was diese Woche auf NTV kam „die Lüge vom Vitaminmangel“….und egal, aus welcher Quelle ich mir Infos hole, ich bekomme überall unterschiedliche Informationen. Ich weiß nicht, ob es Menschen gibt da draußen, denen es ähnlich geht, aber mir geht es so, dass die Essenszubereitung mit ihrem ganzen Spektrum mir wie ein Buch mit sieben Siegeln erscheint. Böhmische Dörfer. Vielleicht auch, weil es mir nie richtig wichtig war.

Auch das ist ein Grund für meine Heilfastenwoche. Ich will sehen, wo ich mich gerade befinde. Auf einer Richtskala von 1 bis 10 würde ich mich bei 5 einordnen, also Mittelfeld. Ich kaufe kein abgepacktes Fleisch (das aber wg. meiner Tierliebe aber nicht wegen der Ernährung) oder Wurst im Supermarkt, wenn dann beim Metzger. Mein Fleischkonsum hat sich auf ein klitzekleines Minimum reduziert. Obst und Gemüse möglichst vom Markt, Tiefkühlpizzen vegetarisch, und da alle Südländer viel Pasta essen, kann‘s so verkehrt ja nicht sein!

Längst habe ich mich von meinem geliebten Leberkässemmel verabschiedet und auch beim Brot ist schon eine Wandlung eingetreten, obwohl ich mich auch manchmal frage, wie die Franzosen das überleben mit ihrem Baguette.

Ein bisschen ins Wanken gekommen ist meine Welt allerdings, als ich im letzten Monat auf einem Vortrag war. Die Buchautorin Merle Zirk hat ihr Buch „Retreat yourself“ vorgestellt. Die Lesung war bei einer lieben Bekannten von mir, der Annemarie Brückner, die Inhaberin von Fischerin’s Kleid. Ein toller Laden, eine tolle Philosophie.

Merle hat nach einer Krebserkrankung eine Wandlung hinter sich und wurde Ernährungsberaterin. Als sie ein Zuhörer fragte, was sie jetzt in ihrem neuen Leben am meisten vermisse, war die Antwort, ein gebratener Fisch mit Spinat!!!! Diese Antwort hat meine gesamte Ordnung auf den Kopf gestellt!!! Für mich war das eines der gesünderen Essen. Halleljua. In dem Moment kam ich mir vor wie ein Mülleimer. Aber es sollte noch schlimmer kommen…..

Als ob das nicht genug war, habe ich noch die Stimme meiner Ärztin im Ohr bei der letzten Blutuntersuchung. Ihr müsst wissen, für mich ist so eine Untersuchung eine Heldentat. So bin ich auch im Herbst 2017 mit einem gebrochenen Ellbogen, den ich mir beim Rollschuhfahren ohne Schützer zugezogen habe, einfach nicht zum Arzt und siehe da, er heilte von allein :) also auch Arztbesuche laufen bei mir in die Kategorie: kann man mal machen.


Ich lasse also einmal im Jahr ein großes Blutbild machen und die letzten Male musste ich mir dann solche Sachen anhören wie Bluthochdruck, Langzeitzuckerwerte, Cholesterin, Diabetes Typ 2. Nicht akut, aber wenn es so weiter geht, würde ich mich mit all den Dingen rumschlagen müssen. All die Zivilisationskrankheiten, die wir alle kennen und die sich früher oder später ein Ventil suchen. Schlaganfall, Herzinfarkt… und dass ich ab sofort jetzt halbjährlich kommen sollte, um das unter besser beobachten zu können.

Meno, das war jetzt nicht einer der Freudentage in meinem Leben!

Mein BMX oder IBM oder wie immer diese tolle Wert heißt, bewegt sich laut Norm im astronomisch hohen Bereich, also hier gelte ich schon als schwer adipös!!!

Da ich einen unbandigen Lebenswillen und –freude habe, möchte ich ja noch ganz viel Leben leben und das möglichst gesund.

Also ihr seht, es gab ganz viele Gründe, mal das Thema „Essen, Ernährung, Kochen, Gesundheit“ zu beleuchten und am besten erschien mir eine Heilfastenwoche zu sein, weg vom heimischen Kühlschrank und vor allem von meiner heiß geliebten Kaffeemaschine, weg von benachbarten Biergarten und weg von Laptop, Waschmaschine, Alltag.



Da fuhr ich nun in den bayrischen Wald, ins Bio- und Fastenhotel Landgut Tiefleiten in der Nähe von Passau, neugierig und gespannt. Apropos gespannt…. hat auch meine Jeans. Der Dezember hat seine Röllchen hinterlassen. Da war ja auch noch das Thema mit dem ungesunden Bauchspeck. Also fand ich das zum Jahresbeginn einen genialen Zeitpunkt, nach den kulinarisch reichhaltigem Advents- und Weihnachtsgenüssen eine Fastenwoche einzulegen!

Ehrlich zugeben muss ich allerdings, dass ich die ersten zwei Tage die ganze Zeit bereute, diesen Schritt getan zu haben.

„Warum bin ich Arsch nicht einfach nach Südtirol zum Skifahren und Apres-ski, los krachos und Törkelen“ ….

Und dann war‘s soweit. Nachdem ich mein Zimmer bezogen habe, gab es am ersten Abend noch eine Gemüsebrühe zur Entlastung. Ich meine, das war für mich schon das volle Diätprogramm!!!

Am Morgen danach stand es dann da: das Glas mit Bittersalz!!! Am Tag 2 passierte es, wo ich dachte, das geht an mir vorbei, es wurden Einlauf-Utensilien verteilt mit dem Hinweis, dass wir das ruhig mehrere Male machen können unter der Woche. Auch in der Anschlußwoche käme das dem Darm zugute, wenn wir ihn so entlasten. Leute, ich kann euch sagen, das wird niemals mein neues Hobby. Es ist nicht schlimm, es tut nicht weh, aber es ist halt einfach was, was man nicht braucht.

Ab Tag 1 bis Tag 5 gab es zum Frühstück einen Tee und Wasser und Zitrone, zum Mittagessen dann Smoothie und Wasser und zum Abendessen einen Teller Gemüsebrühe mit nix drin und Wasser. 5 l sollten wir am Tag trinken. Tee oder Wasser.


Wenn wir wollten, dürften wir noch über den Tag verteilt einen TL Honig zu uns nehmen!!! Ja und dann begann sie, die Woche….

Schon am Nachmittag des 1. Tages stellten sich bei mir schreckliche Kopfschmerzen ein. Es war der Entzug von Kaffee. Ich litt wirklich und dachte, all die Sünden kommen jetzt nacheinander zutage. Dazu sollten wir basische Fußbäder machen (davon hatte ich bis dahin auch nie was gehört) und Leberwickel, ab und zu einen Spaziergang oder Wärmekabine, zur Entschlackung gab‘s dann noch eine Salz-Öl-Massage.

Von Montag bis Mittwoch hatte ich also extreme Kopfschmerzen, was beim Entgiften wohl normal ist, habe ich mir sagen lassen. Der Entzug von Koffein war wohl die Hauptursache.

Es gab ja andere Heilfaster auch noch. Die meisten waren weiblich, einige Männer waren auch da, die wurden von ihren Frauen mitgeschleppt. Aber es gab auch zwei männliche Faster, die von sich aus kamen. Da hab ich echt gestaunt! Natürlich habe ich mir ein Hotel ausgesucht, vielmehr ein Bio-Landgut, in dem ausschließlich Faster waren. Ganz ehrlich, in einem Skifahrerhotel oder Wellnesshotel hätte ich das nicht geschafft! Und auch die anderen Faster litten. Fast alle hatten in den ersten Fastentagen die rosige Gesichtsfarbe verloren, hatten Augenringe, waren schlapp, hatten Kopfweh und Kreislauf. Jeder schlich nur rum, die Unterhaltungen wurden leise geführt.

Dazu kam noch, dass es ein alter Gutshof war, in dem es nur kleine Fenster gab, es also von Haus aus recht finster war. Die Hintergrundmusik war jetzt das Gegenteil von „I’m walking on sunshine“ und man gab sich ungeschminkt und mit legerer Sportkleidung. Auf diesen Part hätte ich gern verzichtet, aber mir ging‘s ja selber schlecht und ich bin mit meinem Kopfweh und Joggingkittel rungehangen.

Jeder siechte so vor sich hin. Die Umgebung und die dunkle Jahreszeit unterstützten diesen Umstand noch.

Es gab also keine Sing- oder Tanzabende! Im Gegenteil. Abends gab‘s dann Vorträge.

Der erste Vortrag handelte über das Fasten. Was da passiert. Ich habe den Vortrag nur schemenhaft mit verfolgen können vor lauter Kopfschmerzen. Was geblieben ist, ist tatsächlich, dass der Körper neu hochgefahren wird. Wachstumshormone werden ausgeschüttet, was eigentlich spätestens nach dem 30. Lebensjahr nicht mehr der Fall ist und es werden über die Haut und die Leber alle Gifte entsorgt. Mamma Mia, seit Jahren benutze ich nach dem Duschen regelmässig eine Body-Lotion im Glauben, etwas Gutes für meine Haut zu tun. Ich wurde aber eines Besseren belehrt. Die Haufen Quadratmeter Haut können ja nicht entgiften oder arbeiten, wenn man sie zuschmiert. Das erschien mir logisch und ich dachte, da hat die Werbeindustrie ja ganze Arbeit geleistet.

Auch wurde uns von Experimenten berichtet, wie der Versuch an Mäusen von einem italienischen Arzt, der die Hälfte der Mäuse fasten ließ und die andere Hälfte wurde normal gefüttert. Danach wurden sie einer Chemo unterzogen. Fast alle Fasten-Mäuse haben überlebt und die anderen eben nicht.

Wir haben von russischen Fastenkliniken gehört und dass Fasten die Erlösung einer fast jeden Krankheit ist, ganz speziell von unseren ganzen Zivilisationskrankheiten, die ich vorher schon aufgezählt hab. Das ganz mich richtig nachdenklich und betroffen gemacht. Das war ja der Wahnsinn. Auch Darmerkrankungen, Kinderlosigkeit oder Allergien könne man damit heilen.

Also Leute, ich bin kein Fachmann. Ich sag euch nur, was bei mir hängen geblieben ist und ob das jetzt medizinisch korrekt ist, überlasse ich einem jeden selber. Wir können ja mit wenigen Mausklicken so viel Informationen haben, wir nie zuvor. Ich bin aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen.

Der nächste Vortrag ging dann über die Basen, Säuren und die ph-Werte. Also alles wieder Bahnhof für mich. Wir sind alle übersäuert und wenn wir unseren Säure-Basis-Haushalt im Griff haben und der Körper basisch ernährt wird, haben Krebszellen sehr wenig Chance. Also wieder so ein Hammer!!! Übersäuerung entsteht durch industriell gefertigte Nahrung, Pizza, Brot und Pasta, Kaffee, zu viel Wein. Also alles Sachen, wo ich schon ganz laut „hier“ schreie. Da habe ich nicht schlecht gestaunt. Vor allem: wenn ich mir ein gesundes Frühstück machen würde, bestünde das aus Haferflocken, frisches Obst, leerer Joghurt. Dachte ich. Und hörte, dass es sich hierbei um eine Säurebombe handelt!! Leute, ab diesem Zeitpunkt hab ich mich gewundert, dass ich überhaupt noch lebe!!!

Säurebombe deshalb, wegen der schlechten Kohlehydrate und wegen des tierischen Fettes. Basisch heißt, Gemüse und Obst, möglichst vom Bauern nebenan und dazu gesunde Kohlenhydrate. Kartoffel, Hirse, Buchweizen….. (schon wieder Neuland…..) Meine eingangs erwähnte Skala pendelte sich mittlerweile im Minusbereich ein!


Der nächste Vortrag handelte dann von Ernährung im Allgemeinen und wie sich die auf unsere Gesundheit auswirkt. Ich meine, dass Zucker nicht gesund ist oder wegen mir auch Weißmehl, das hat sich ja mittlerweile rumgesprochen. Auch die extra Portion Milch oder Vitamine naschen … so weit bin ich schon gekommen, dass das einfach nur Verarsche ist. Und die extra Portion ohne irgendwas wäre eigentlich so gesehen auch nicht gesund! (In Ländern ohne Milchkonsum gibt es weder Osteoporose noch Diabetes Typ II) Dass die meisten Produkte, die wir im Supermarkt kaufen können, eher schädlich wie gesund sind, das war mir jetzt echt neu. Wegen der industriellen Verarbeitung. Oder wegen mir auch mein gesunder Fisch. Dieser ist mittlerweile von den Umweltgiften so belastet, dass es fast schädlich ist, einen zu essen.

Und so gings grad weiter. Und wieder dachte ich, dass ich das überhaupt bis hierher überlebt hab!

Aber: an Gesundheit ist kein Geld verdient. Am besten geht’s mit chronischen Krankheiten. Dass man viele davon mit gesunder Ernährung in den Griff bekommen würde, dieser Gedankengang erschließt sich leider oft nicht. Oder schauen wir die Kräuter an. Wie wirksam sind die. Selbst wenn ich einen alten Beutel Kamillentee aufgieße, gehen meine Magenschmerzen weg. Aber auch hier das Gleiche: damit ist eben kein Geld verdient.


Auch habe ich mir sagen lassen, dass sich unter reiner Pflanzenkost schon verschlossene Herzkranzgefäße wieder öffnen und wir damit die vorhin genannten Zivilisationskrankheiten in den Griff bekommen können. Wahnsinn!


Eigentlich – dacht ich mir – leben wir in einer Parallelgesellschaft. Da gibt es die Werbung und die Supermärkte, das Süsswarensortiment explodiert fast, Essenlieferdienste & Co werden alltagstauglich und das eigentlich Gesunde wird gar nicht richtig beworben oder ist nicht in meinem Bewusstsein angekommen. Meine Freunde, die sich bewusst oder vegan ernähren, kaufen auch nicht im Supermarkt ein. Wenn dann im Bio-Markt wie der Schmid in Senden oder Alnatura oder über Internet. Vielleicht bin ich auch eine Ausnahme, also bitte schreibt mir doch von euren Erfahrungen.

Und dann war es endlich Donnerstag! Der Tag, an dem ich um 6.00 Uhr ohne Wecker aus dem Bett sprang, eine unglaubliche Energie gespürt habe, das ganze Appartement aufgeräumt habe, laut gesungen und geschaut, wo der Wald ist, den ich ausreißen kann! Halleluja. Was für ein Gefühl!!!!

Ich war ausgeschlafen, ausgeruht, entschlackt und entgiftet und hatte soviel Input über Ernährung, dass mir mein Kopf rauchte. Das war wirklich schwere Kost, die ich nicht so einfach verdauen kann, darüber muss ich erst nachdenken.

Mein Gesicht war viel weniger aufgedunsen, obwohl ich kübelweise Wasser in mich reinschüttete. Es war rosig und glatt. Auch hier habe ich dazugelernt, warum es so wichtig ist, genügend Flüssigkeit zu mir zu nehmen. 2 Liter ist Minimum, sonst kann der Körper nicht richtig arbeiten und lagert Wasser ein.


Und dann hatten wir noch ein lustiges Erlebnis:

Am Nachmittag bin ich dann mit ein paar anderen Fastern auf einen Berg mit Sonne gefahren, weil es bei uns so dunkel und neblig war. Dort angekommen, fühlten wir uns wie Ufo-Bewohner. Wir waren die einzigen ohne Skiklamotten und haben auch noch einen Kräutertee getrunken! Um uns rum lauter Skifahrer, die mit ihren Skistiefeln mit dem typischen Gang ihre Getränke geholt haben. Mir entgegen kam so eine Pistensau, in der rechten Hand ein Weizenbier, in der linken einen Espresso.

Und ja, das war der Moment, wo ich an Getränke-Kidnapping dachte. Aber nur kurz.

Aber eins wusste ich sicher: trotz all dem Informationen, die ich bekam, wollte ich nicht auf Weizenbier und Espresso verzichten, auch nicht auf den Rest der Apres-Ski-Gaudi.



Der letzte Tag brach an. Ich war mir noch nicht sicher, ob ich sowas – eine Heilfastenwoche - je nochmal mache. Ich musste buchstäblich verdauen. Wir bekamen einen Vortrag über Smoothie (ein saublödes Wort. Der Schwabe spricht es aus als Smoosi, denn das th ist einfach im Smoothie fast nicht auszusprechen) Wir haben gelernt, dass ein grüner Smoothi das Lebenselixier schlechthin ist. Man spricht auch von grünem Blut. Und endlich konnte ich punkten!!! Weil ich mir seit einem Jahr ca. 2 x pro Woche genauso einen mache! Hurra! Da war ich dann noch mal den anderen voraus. Also im Ranking meiner Skala wieder hoch auf 2 (von 10….)



Und dann kam der Tag des Fastenbrechens. Wir bekamen am Samstag morgen einen gedünsteten Apfel. Ich kann euch sagen, dass war der beste Apfel, den ich in meinem ganzen Leben gegessen habe! Eine Genussexpolsion für meinen Gaumen und ich war pappsatt danach.



Bevor ich zur Heimreise aufbrach, bekamen wir noch eine Gemüsebrühe MIT Inhalt. Es war soooo gut!

Auf der Heimfahrt dachte ich mir, Wahnsinn, was ich alles Neues gelernt habe.

Dass Natrium hilft, das Säureverhältnis im Körper auszugleichen. Wie basisches Essen geht. Dass meine Krämpfe nicht auf einen Mangel an Magnesium zurückzuführen ist, sondern auf ein Ungleichgewicht der Mineralien. Dazu ein Drink ein paarmal pro Woche und ich habe seitdem keinen Krampf mehr! Dass man mit Abbürsten der Haut soviel in Bewegung bringt wie bei einem Spaziergang. Dass die Lunge nicht nur zum schnaufen da ist, sondern ein Teil der Säure-Basen in Balance bringt, wenn man sich an frischer Luft bewegt. Dass ein Fußbad mit Basensalz entgiftet. Das Bergkristall Elektrosmog verringert. Dass die Franzosen immer einen Salat zum Baguette essen und das Brot gut ist, weil der Teig ausreichend geruht hat.

Was für eine Woche! Ich habe alle Argumente logisch erschließen können und die Leiterin dieser Woche war eine 65-jährige Dame, die ernährungstechnisch ein Vollprofi war und viel Ahnung vom Leben hatte. Die einen beherzt begleitet hat und nie müde wurde, unsere Fragen zu beantworten. Und es waren viele Fragen!

Ich dachte an meine erste Woche nach dem Heilfasten. Da hab ich mich in Aquajogging angemeldet. Und habe leider in der Fastenwoche auch erfahren müssen, dass Chlorwasser einer von den schlimmen Dingen ist, die man der Haut antun kann.

Ja, wie geht’s weiter? Soll ich mich gleich wieder abmelden?


Mein Vorhaben, in dieser Woche Klarheit zu bekommen, wie ich jetzt weitermache, hat nicht richtig geklappt. Vor lauter Entgiften, Entschlacken, tollen Anwendungen, die angeboten wurden, Yoga, Wärmekabine, Leberwickel, Fußbäder und vor allem dem vielen Input saß ich jetzt im Auto und sah grad den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Meine Jeans sitzt locker, stelle ich fest. So weitermachen wie vorher - das wollte ich auf keinen Fall. Wie dann?

Mir fiel ein Vergleich ein, den ich auch beim Fasten gehört habe: schaue ich mir mein Auto an, dann weiß ich, wann der Reifenwechseln, der Ölwechsel und der Kundendienst dran ist und betanke mein Auto mit teurem Treibstoff. Wenn ich das auf meinen Körper und meine Gesundheit anwende, muss ich zugeben, ich habe da einen tollen Rennwagen, der ist super bisher super gelaufen. Vielleicht, nein sicher bin ich ihm schuldig, dass ich mehr achtsam bin, wie ich ihn betanke. Ich möchte einen gesunden Mittelweg finden. Auf die Balance kommt es an. Das ist 2018 wohl mein Thema. Also nicht nur Life – love – work sondern eben auch an der Ernährungsfront.


Nach ein paar Tagen basische Küche kann ich heute sagen: mir geht es sehr viel besser, ich bin ausgeschlafen, wache morgens hellwach auf, bin konzentrierter, brauche keinen Mittagsschlaf mehr, habe eine bessere Haut.



Und ich habe meine ersten Versuche hinter mir, basisch zu kochen! Hier eine Kostprobe!

Und das Beste: die Zubereitung dauerte jeweils weniger als 20 Minuten. Kartoffel und Hirse hatte ich zuvor abgekocht und kann es so mehrere Tage verwenden! Das Verblüffende für mich war, es war gar nicht so schwer und sich gesund zu ernähren schmeckt sogar!

Zum Aquajogging bin ich trotzdem und war danach trotz Kontaminierung happy, weil es Sau-Spaß gemacht hat. Hab’s überlebt ;-)

Vorgenommen habe ich mir, dass ich versuche, mich zu 70 % gesund zu ernähren (jetzt weiß ich auch, was gesund ist ;-) ) und dass ich mir aber erlaube, bei Freunden das zu essen, was sie anbieten, am Stammtisch auch mal ein Bier zuviel zu trinken und beim Frühschoppen die Weißwurst mit Genuss zu essen! ! Oder ab und zu eine leckere Pizza zu essen.Oder ab und zu auf einem Fest eine Rote im Semmel esse. Außerdem möchte ich im März top Blutwerte haben und mich weiter informieren über Sachen, die ich essen kann, die mir guttun.


Ich möchte auf jeden Fall so weitermachen bzw. mich in diese Richtung entwickeln! Also das ist was ich heute sage. Keine Ahnung, ob ich das nächste Woche auch noch so sehe!

Aber mal im Ernst, ich habe, seit ich als Trauerrednerin arbeite, schon so viele Menschen gesehen, die krank waren und das war nicht wirklich lustig. Das ist mir auch sehr nahe gegangen. Natürlich möchte ich hier nicht alle über einen Kamm scheren, es steht mir auch nicht zu, Urteile zu fällen und das möchte ich auch gar nicht. Ich habe nur für mich erkannt, dass viele Krankheitsbilder dabei waren, die kamen eindeutig von schlechter Energiezufuhr. Essen, zu viel, zu fett, zu viele Gifte, zu wenig Bewegung. Das hat sich dann auch wirklich in der Lebensqualität bemerkbar gemacht und hat mich wiederum aufgerüttelt.


Im nächsten Jahr möchte ich wieder fasten und bin gespannt, ob es mir dann, beim 2. Mal, leichter fällt.

Und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie der Espresso nach 10 Tagen Kaffee-Entzug geschmeckt hat! HIMMLISCH! Schon der Geruch! Ich glaub ich hab ihn fast ausgerochen!

Bitte schreibt mir doch von euren Erfahrungen und lasst mich nicht in dem Glauben, dass ich die Einzige bin, die im Ernährungsdschungel rumirrt!