Meine Liebe zu Wörtern und Sprichwörtern, Sprache und Sprachwitz haben mich dazu bewegt den Beruf einer Stadtführerin, Rednerin und Moderatorin zu ergreifen. Worte sind für mich ein Lebenselixier und ich staune immer wieder über deren Macht. Mein Berufsleben ist durch die Vielfältigkeit der Aufgaben eine emotionale Achterbahn, da ich in Ausnahmesituation ganz nah an den Menschen bin. 

Lachen und Weinen, Sprüche klopfen und Menschen auffangen, genau das möchte ich mit euch teilen und mir meine Erlebnisse von der Seele schreiben.

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  • Gaby Fischer

Dem Himmel ganz nah und das mitten in Ulm!

I believe I can fly


I believe I can touch the sky


I think about it every night and day


Spread my wings and fly away


I believe I can soar
I see me running through that open door
I believe

I can fly


Noch nie war der Text so passend wie letzte Woche, als ich den Traum vom Fliegen erlebt habe!!!

Ich weiß nicht, ob du schonmal im Birdly gelegen bist oder es ausprobiert hast, aber ich sag dir, es lohnt sich auf jeden Fall! Da musst du hin!


Als Gästeführerin von Ulm sah ich es eigentlich als Pflichtprogramm und da ich ja als Schneider von Ulm ständig unterwegs bin und den Menschen erzähle, was für ein grandioser Flugpionier ich bin ;-) war es allerhöchste Zeit für mich, das jetzt mal selber auszuprobieren, um ein Gefühl dafür zu bekommen.



Jetzt muss ich allerdings zugeben, dass ich unter Höhen- und Flugangst leide. Mit dem Thema gehe ich natürlich nicht hausieren, das ist mir ein wenig peinlich. Aber wer mit mir Wandern geht und über die Marienbrücke laufen möchte hinter dem Tegelberg, der merkt halt dann sofort, was los ist. Ich würde sterben vor Angst, wenn ich über eine Sylinebrücke laufen müsste.

Von Flugreisen mal ganz abgesehen. Da sitze ich als gefühlt allereinzigste Person im Flieger, jeder ist gechillt und liest gelangweilt seine Zeitung und ich höre dann alle möglichen Geräusche, die auf Triebwerkschäden oder Schlimmeres hinweist. Ganz abgesehen davon, dass ich mir immer vorstelle, wenn ich die Piloten sehen, ob sie vielleicht die letzte Nacht durchgemacht haben oder ob einer von den Passagieren ein vermeintlicher Entführer sein könnte. Also gut, vielleicht verstehen manche, was ich meine.

Im Flugzeug ist die einzige Zeit, in der ich vor Anspannung stundenlang kein Wort rausbekomme…

Also hab ich mich todesmutig aufgemacht, diesen einmaligen Birdly in Ulm zu erleben. Überreden konnte ich auch eine Freundin von mir. Wir waren sehr gespannt!!! Unser Plan war dann, wir probieren es einmal (ein Flug dauert ca. 4 Minuten und kostet lediglich 5 Euro) und dann sehen wir, was passiert. Ob wir mehr wollen oder ganz schnell die Flucht ergreifen.


Ich dachte, es gibt unterschiedliche Routen, die ich eingebe, ähnlich wie ein Navi, aber nein, da konnte jeder Fluggast sogar selber lenken, steuern und die Höhe selber regulieren. Also nix wars mit „ich möchte bitte einmal nördlich vom Münster fliegen“

Gut. Schon bei den Einführungen hatte ich ein leichtes Magenheben. Also schlecht wird mir nie, ich liebe es z.B. Kettenkarusell zu fahren und könnte das tageweise, aber sobald die Höhe dazu kommt… ich meine, wenn der Mensch fliegen sollte, hätten wir ja Flügel und keine Beine.

Dann waren endlich wir in dem Flugraum. Klar, dass ich voranpreschte und den Anfang machte. Eine total liebe Flugbegleiterin, die dort die interessierten Flugwilligen betreut, hat mich eingewiesen. Ich bin auf das Gerät geklettert, mulmig wurde mir, als meine Beine angeschnallt wurden. Ist das so turbulent???

Dann gabs die Brille auf und dann bekam ich über den Wolken quasi meine Einweisung.

Und dann….. öffneten sich die Wolken und ich hatte direkt das Ulmer Münster vor Augen. VON OBEN!!!!

Ich hab direkt einen Schrei losgelassen, so echt hat sich das angefühlt! Und wirklich, ich konnte mit den Flügeln schlagen, mich hoch und runter bewegen, ums Münster rumfliegen, durch die Straßen und es war so echt. Natürlich hab ich die ersten 3 Minuten voll die Panik geschoben. Ein gefühlter Windstrom machte die Sache noch realer.


Aufgeregt wie ich war und unerfahren als Flieger hatte ich die ersten 2 Minuten einige Fast-Crashs und sehr viele heftige Auf- und Abschwünge und ziemlich unkontrollierte Flügelschläge. Wie so ein Vögele, wenn es zu früh aus dem Nest fällt. Und mein Geschrei dazu könnt ihr euch vielleicht vorstellen. Ich war total überfordert, mein Magen stellte sich quer, mein Hirn konnte das auf einmal gar nicht verarbeiten, ich hatte null Orientierung und war nur drauf konzentriert, nicht abzustürzen oder auf einer der Dächer zu knallen.

Es fühlte sich keine Sekunde an, als hätte ich „nur“ eine Brille auf.

Halleluja. Auf jeden Fall muss ich mich so aufgeführt haben, dass meine Freundin nicht mehr fliegen wollte. Wwir haben sie dann beide – die sympathische Flugbegleiterin und ich – mit Engelszungen überredet, ihr die Schulter gehalten, dass sie nicht das Gefühl hatte, im Freiflug zu sein und ihr versichert, dass sie jederzeit aussteigen könne. Das hätte ich eigentlich gebraucht!!

Sie war dermassen begeistert, dass sie sofort weitere Flüge gebucht hat und auch ich wollte unbedingt nochmal fliegen, vor allem wollte ich jetzt – mit immer sicher werdender Koordination – noch so viel sehen.

Das Fischerviertel mit seinen Blauarmen, die alte Synagoge, die Grabenhäuser, der Judenhof, die Frauenstraße…. Es war spektakulär, es war der Hammer!!!!

Wir waren beide total im Flugrausch und als wir nach gefühlten Stunden wieder rauskamen auf die Straße, fühlten wir uns so schwer an und so tief. Ich wollte fast noch über einen vorbeikommenden Bus fliegen ;-)


Also Leute, es ist der eines der Wahnsinn!!! Besser wie jeder Rausch und jede Achterbahn! Einmalig weltweit und das bei uns im Ulm. Geht da unbedingt rein, es lohnt sich!


Mehr Infos dann hier:

http://www.ulmstories.de

https://tourismus.ulm.de/web/de/news/artikel/birdly.php


Habe die Ehre, es grüßt euch Schneider von Ulm!!!